Teil 2: Strombelastbarkeit

Im Teil 1 wurde die Bemessung des Querschnitts nach den Kriterien Mindestquerschnitt und Spannungsfall behandelt. Mit der Auswahl nach der Strombelastbarkeit wird die Beitragsfolge fortgesetzt. Als Grundlage für die Bemessung dient die Norm DIN VDE 0298 Teil 4 [1].
Definition Strombelastbarkeit

Oftmals wird der Leiterquerschnitt nur anhand der Strombelastbarkeit in Verbindung mit dem Überlastschutz bestimmt. Dabei wird übersehen, dass der damit ermittelte Wert nicht die Gewähr dafür bietet, dass alle anderen Kriterien damit automatisch erfüllt sind. So sind z. B. der Schutz beim indirekten Berühren durch automatische Abschaltung der Stromversorgung durch Leitungsschutzsicherungen, Leitungsschutzschalter oder andere Überstromschutzeinrichtungen, die Einhaltung des im Teil 1 besprochenen Spannungsfalls und der Kurzschlussschutz von der Leitungslänge abhängig.

Die Leitungslänge hat aber keinen Einfluss auf die Strombelastbarkeit. Die Wärmeentwicklung (Temperaturerhöhung gegenüber der Umgebungstemperatur) in einem Leiter ist abhängig vom Leitermaterial (Cu oder Al), vom Quadratwert des Belastungsstromes, dem Leiterquerschnitt und der Zeitdauer des Stromflusses. Durch unterschiedliche elektrische Leitwerte ergeben sich bei gleicher Stromstärke, gleichem Querschnitt, gleicher Leitungslänge und gleicher Stromflussdauer unterschiedliche Verlustwärmemengen. Grundlage für deren Ermittlung ist die Verlustleistung.
Je Leiter gilt:
Pv = ( I²x l) / (κ x A)
Pv = Verlustleistung in W
I = Belastungsstrom in A
l = Leitungslänge in m
κ = elektrische Leitfähigkeit in m/(Ω mm2)
A = Leiterquerschnitt in mm2
Welchen Einfluss die Verlegeart, die Umgebungstemperatur, die Häufung oder die Wärmebeständigkeit der Isolierung auf die Strombelastbarkeit hat, wird in Teil 2 genau beschrieben. Beispielrechnungen zeigen Ihnen an konkreten Fällen, wie Sie die max. Stromstärke berechnen können. Beachten Sie hierzu bitte die PDF-Datei "Kabel und Leitungen Teil 2" (PDF, 356 KB).
 Angemeldet bleiben