Interview mit einem Handwerksmeister

Christian Herz, der im Oktober 2006 als Kammersieger die Meisterprüfung abgelegt hat, stellt sich unseren Fragen.
1997 begann Christian Herz seine Ausbildung zum Elektroinstallateur. Anschließend wurde er von seinem damaligen Chef als Geselle übernommen. Ende 2005 entschloss er sich die Ausbildung zum Handwerksmeister in Vollzeit zu durchlaufen. Die Meisterprüfung, welche sich aus insgesamt vier Teilen zusammensetzt, legte er im Oktober 2006 als Kammersieger ab.

Warum haben Sie sich entschlossen eine Weiterbildung zu beginnen?

Es war mir schon in der Lehre klar, dass ich entweder die Ausbildung zum Handwerksmeister anstrebe oder in der Industrie in einer Forschungs- und Entwicklungssparte Fuß zu fassen. Da mein Arbeitgeber mir die Möglichkeit zur späteren Betriebsübernahme eröffnet hat, war mein Entschluss ziemlich bald klar - ich wollte Elektromeister werden!

Haben Sie sich vorher über andere Weiterbildungsangebote informiert? Zum Beispiel über E-Learning-Angebote oder Weiterbildung zum Betriebsassistent im Handwerk?

Ja, das habe ich. Aber für die Selbstständigkeit im Handwerk ist der Meistertitel von Nöten. Und vom E-Learning halte ich ehrlich gesagt für mich nichts. Denn ich habe lieber den persönlichen Kontakt zu den Dozenten, als über eine Internetkonferenz.

Warum fiel Ihre Entscheidung auf die Meisterschule in Konstanz?

Weil die Schule für mich verkehrstechnik äußerst günstig liegt. Denn von Steißlingen, meinem Wohnort, bis nach Konstanz sind es nur 30 Kilometer.

War dies eine Vollzeit –oder Teilzeitweiterbildung?

Es handelte sich bei allen vier Ausbildungsteilen um eine Vollzeitausbildung.

Haben Sie Meisterbafög oder sonstige Fördermaßnahmen in Anspruch genommen.

Ich habe das Meisterbafög in Anspruch genommen. Die Abwicklung mit dem Landratsamt hat bestens funktioniert.

Können Sie uns in wenigen Stichworten darlegen, wie die Ausbildung verlief? Welche Teile in welche Reihenfolge? Gab es Klausuren zwischendurch? Ab wann kannten Sie den Prüfungstermin?

Die Ausbildung verlief im Großen und Ganzen ganz gut. Obwohl es noch die einen oder anderen Themengebiete gibt, die in meinen Augen zu wenig bzw. gar nicht behandelt wurden.

Die Teile der Ausbildung habe ich wie folgt besucht:
  • Teil III
  • Teil IV
  • Teil II
  • Teil I

Wobei die Teile II und I oft ineinander verschwommen sind.
Klausuren gab es nur zwei zwischendurch. Und das waren Klausuren / Prüfungen bzgl. der im Rahmen der Meisterausbildung stattgefundenen Ausbildung zum Solarfachpraktiker.
Die Prüfungstermine standen immer schon sehr früh fest.

Nun zur Prüfung selbst:Über wie viele Tage / Stunden läuft die Abschlussprüfung? Gibt es einen theoretischen und einen praktischen Teil? Wie weit liegen die beiden Teile zeitlich auseinander?

Die Prüfung setzt sich wie folgt zusammen:
Teil I
Praktischer Teil
fünf Tage
Teil II
Fachtheoretischer Teil
vier Tage
Teil III
betriebswirtschaftlicher, kaufmännischer und rechtlicher Teil
ein Tag
Teil IV
berufs- und arbeitspädagogischer Teil
zwei Tage

Warum haben Sie sich für ein Projekt mit funkgesteuerter Bustechnologie von Hager - tebis TX entschieden.

Es wurde von uns ein Projekt mit einem Bussystem verlangt. Und da entschied ich mich für die Funk - Bus - Variante von Hager tebis TX. Denn dieses System kann mittels eines kleinen Verknüpfungsgerätes programmiert werden und kommt daher ohne die doch sehr teure ETS-Software aus.

Wie genau lautet das Thema Ihres Projektes?

Die Projektarbeit besteht aus sieben Segmenten, die auf drei Wände verteilt installiert werden mussten. Einen genauen Namen gibt es für das Projekt nicht.

Mussten Sie lange auf das Prüfungsergebnis warten?

Leider ja. Wir mussten - bis auf das Ergebnis der praktischen Prüfung - immer drei bis vier Wochen warten.

Dürfen wir fragen, wie das Prüfungsergebnis lautet?

Ich konnte meine Prüfung als Kammersieger ablegen. Die vier Prüfungsteile wurden wie folgt bewertet:
  • Teil I gut (1,7)
  • Teil II gut (2,2)
  • Teil III gut (1,7)
  • Teil IV gut (2,0)

Hat sich Ihr Meistertitel nun auf ihre Stellung im Betrieb oder Ihre weitere Karrierplanung ausgewirkt?

Wie vorhin bereits erwähnt, strebe ich die Geschäftsübernahme des Betriebs an, in dem ich momentan tätig bin. Und somit ist der Meistertitel für mich eine wichtige Station auf diesem Weg.

Sie haben in der Zwischenzeit ein großes Autohaus mit der tebis TX- Technologie ausgestattet. Könnte man sagen, dass auf Grund Ihrer Ausbildung dieser Kunde gewonnen werden konnte?

Nein, denn der Kunde wird von uns seit mehreren Jahrzehnten betreut. Aber durch die Meisterprüfung wurde ich auf die tebis TX - Technologie aufmerksam. Und so konnten wir die bestehende EIB - Anlage relativ kostengünstig mit tebis Funkkomponenten erweitern. Denn die komplette Beleuchtungsanlage wurde erneuert und es war für uns eine enorme Zeitersparnis und für den Kunden eine Kostenersparnis. Denn es mussten keine zusätzlichen EIB - Leitungen verlegt werden.

Wir danken Ihnen für Ihre Zeit und ihre offenen Worte und wünschen Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute.
 Angemeldet bleiben