Zusatzqualifikation erwerben

Für alle frischgebackenen Gesellen ist es wichtig Zusatzqualifikationen zu erwerben.
Aber auch Gesellen, die schon länger mit beiden Beinen im Berufsleben stehen ist es von Vorteil ihr Fachwissen zu festigen oder sich auf bestimmte Fachgebiete der Elektrotechnik zu spezialisieren. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Zusatzqualifikationen aufgeführt.

Technischer Fachwirt (HWK)

Technische Fachwirte haben ein vielfältiges Aufgabengebiet. Sie sind ebenso für die Kunden- und Lieferantenbetreuung zuständig wie für die Auftragskalkulation und -gestaltung. Sie fungieren auch als Projektleiter, organisieren den betrieblichen Ablauf und kümmern sich um die technische Ausstattung eines Betriebes.

Inhalte

Grundlagen des Rechnungswesens
Schwerpunkte bilden die Themen Buchführung, Jahresabschluss und Grundzüge der Auswertung, Kosten- und Leistungsrechnung sowie Controlling.

Grundlagen wirtschaftlichen Handelns im Betrieb
Schwerpunkte bilden die Themen Handwerk in Betrieb und Gesellschaft, Marketing, Organisation, Personalwesen und Mitarbeiterführung, Finanzierung, Planung und Gründung.

Rechtliche und steuerliche Grundlagen
Schwerpunkte bilden die Themen Bürgerliches Recht, Mahn- und Klageverfahren, Zwangsvollstreckung, Insolvenzverfahren, Handwerks- und Gewerberecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Wettbewerbsrecht, Arbeitsrecht, Sozial- und Privatversicherungen sowie Steuern.

Die Weiterbildung wird für den dritten Teil der Meisterprüfung anerkannt.

Beim Technischen Fachwirt (HWK) handelt es sich um ein Fortbildungsangebot der Handwerkskammern.
In der Regel werden nur Interessenten mit einer erfolgreich abgeledten Meisterprüfung in einem Handwerk zugelassen, altenativ mit einer vergleichbaren Qualifikation als Meister der Industrie, Techniker, oder Diplom-Ingenieur.

Die Inhalte werden entweder in einem Standardlehrgang in den Schulungsräumen der HWK vermittelt oder online als E-Lehrgang angeboten. Manche Kammern bieten einen modularen Kursaufbau an, der mehr Flexibilität beim Lernen ermöglicht. Weitere Informationen , auch über Sonderzulassungen, erteilen die HWK vor Ort.

Sachkundelehrgang "Technische Regeln der Elektroinstallation"

Das Planen, Errichten und Reparieren und Inbetriebnehmen von elektrischen Anlagen am öffentlichen Netz, das prinzipiell nur dem Elektroinstallateur- / Elektrotechnikermeister vobehalten ist, bedarf einer entsprechenden Qualifikation. Dieser muss außerdem im örtlichen und regionalen Versorgungsnetzbetreiber (VNB-) Verzeichnis eingetragen sein. Um auch Berufsgruppen wie staatl.- geprüfte Elektrotechniker oder Industriemeistern oder Radio- und Fernsehtechnikermeistern die Möglichkeit zu eröffnen, in das Installateurverzeichnis des VNB einen Eintrag zu erhalten, wurde vom Bundesinstallateurausschuss eine Sachkundeprüfung mit den „Technischen Regeln der Elektroinstallationstechnik“ (TREI) als Qualifikationsnachweis definiert.

Die Elkonet-Bildungszentren bieten hierzu ein entsprechendes Sachkundeseminar an, dass auf die Prüfung in Theorie und Praxis vorbereitet.

Fachkraft für Messtechnik

Weiterbildungsangebot des BZL in fünf Modulen

Ein neues Angebot des BZL-Lauterbach ist die Fachkraft für Messtechnik. Dieses Seminar beinhaltet sowohl die theoretische Unterrichtung über die aktuellen Normen und Vorschriften in Elektrohandwerk sowie praxisnahe Übungen.
Diese Seminar richtet sich an:
Elektroniker (Energie- und Gebäudetechnik), Elektroinstallateure, Elektrotechnikermeister oder bauleitende Monteure

Die einzelnen Module lauten:
1: VDE Neuerscheinungen
2: Prüfungen nach BGV A3
3: Prüfungen nach BGV A3 - Messpraxis
4: Prüfungen nach BGV A3 - Dokumentation
5: Sicherer Umgang mit der VOB

Infos und Anfragen unter www.bzl-lauterbach.de.

Fachwirt für Solartechnik / Solateur

Ein zunehmendes ökologisches und ökonomisches Bewusstsein beim Endverbraucher von Energie führt in verstärktem Maße zur Installation von Solaranlagen in Privathaushalten und Betrieben.

Ziele

Durch die Weiterbildung zum Solarteur können Sie Ihre Kunden kompetent beraten und die Techniken "Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpen" professionell anwenden. Nach erfolgreichem Abschluss sind Sie dazu qualifiziert, Beratung, Montage, Inbetriebnahme und Kundendienst in diesen Techniken selbständig durchzuführen. Die Anerkennung dieser Aufbauqualifikation wird zur Zeit europaweit vorangetrieben.

Inhalte

  • Grundlagen Energietechnik und Elektrotechnik
  • Photovoltaikanlagen
  • Grundlagen Wärmetechnik
  • Solarthermieanlagen
  • Wärmepumpen

Zugangsvoraussetzungen

Dieser gewerkübergreifende Lehrgang richtet sich an Gesellen und Meister aus den Gewerken SHK und Elektro sowie der Ausbaugewerke. Für die Durchführung sicherheitsrelevanter Arbeiten ist ein entsprechender Berufsabschluss erforderlich.

Fachkraft für Energiemanagement , Fachkraft für dezentrale/ kommunale Energiesysteme

Schwerpunkte und Kursziele

Aufgrund der regionalen Nähe hat das Elektrohandwerk ideale Voraussetzungen, um Städte und Gemeinden als Energieexperten zu unterstützen.
Darüber hinaus werden sie als Sachkundige im Sinne des Erneuerbaren-Energien-Wärme- Gesetzes (EEWärmeG) in der energetischen Beurteilung von Gebäuden und Anlagen geführt.

Wesentliche Kursinhalte:
  • kommunale Organisation
  • Förderwesen
  • Energiedatenanalyse und -monitoring
  • dezentrale Energiesysteme
  • energieeffiziente Gebäude und Systeme
  • kommunale Energiekonzepte.

Zielgruppe

Das Blended-Learning-Seminar (tw Präsenztermine, tw. eLearning-Einheiten) richtet sich an Elektrofachleute sowie Fachleute in den Bereichen Energie, Energieberatung, regenerative Energien sowie Kommunalwesen, Verwaltung und Siedlungsplanung, welche sich in Liegenschaften, Siedlungsprojekten, Gemeinden
und Kommunen als Energiebeauftragte mit nachhaltigen Energiekonzepten beschäftigen möchten.

Das Seminar ist durch den TÜV Sachsen zertifiziert und wird durch eine Prüfung abgeschlossen. Es führt zum Abschluss "Fachkraft für dezentrale und kommunale Energiesysteme". Diese abgeschlossene Ausbildung ist Bestandteil der Qualifikation zum Fachwirt für Energiemanagement.

Fachkraft für Gebäudeautomation (HWK)

Schwerpunkte und Ziele

Aufgrund der Gewerke übergreifenden Thematik ist die Fachkraft für Gebäudeautomation prädestiniert, unterschiedliche proprietäre Systeme virtuell zu vernetzen, Synergien herzustellen und dadurch die Effizienz-potentiale im Gebäudebetrieb zu erschließen. Die Fachkraft für GA-Systeme kann komplexe Anlagen planen, erweitern und Wartung und Service gewährleisten. Von der Feldebene bis hin zur Managementebene in der Netzwerktopologie gewährleistet die Fachkraft optimale Parametereinstellungen bis hin zur Fernwartung von Anlagen. Sie integriert Bereiche der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik im heterogenen Umfeld des Gebäudes und stellt weitere Kommunikationswege bis hin zu Visualisierungen über das Internet her.
Durch ein bedarfsgerechtes Anpassen an Kundenanforderungen ist fortan sichergestellt, dass mit der Anlage über übliche Standardeinstellungen hinaus Energieeinsparpotenziale erschlossen werden können.

Zielgruppen

Elektroniker/in für Automatisierungstechnik, Elektroniker/ in für Energie- und Gebäudetechnik oder Elektroniker/in
für Informations- und Telekommunikationstechnik.
Das etz in Stuttgart bietet diese Fortbildung als erster Bildungsdienstleister in Deutschland an. Die Prüfung findet vor der Handwerkskammer Stuttgart statt.

Betriebsassistent im Handwerk

Diese besondere Ausbildung ist in erster Linie für Abiturienten und Fachabiturienten gedacht, die neben einer Handwerksausbildung auch kaufmännisches Wissen erwerben möchten. Es handelt sich somit um einen doppelt qualifizierenden dualen Ausbildungsgang.

Inhalte

Neben den üblichen Inhalten des gewählten Handwerksberufs werden Kenntnisse übers Management im Handwerk wie Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen, Verkaufstechnik, Kommunikation, Vertrags-, Arbeits- und Sozialrecht vermittelt. Darüber hinaus können auch Wirtschaftsenglisch, technisches Englisch und EDV-Anwendungen auf dem Stundenplan stehen.

Die praktische Ausbildung findet im Betrieb statt, der theoretische Unterricht wird von Berufsschulen, Berufskollegs oder Einrichtungen der Handwerkskammern übernommen.

Voraussetzung

Zulassungsvoraussetzung ist in der Regel die Hochschul- oder Fachhochschulreife. Einheitliche Regelungen gibt es für die Zulassung leider nicht. Die Prüfung wird von der Handwerkskammer abgenommen, die auch weitere Auskünfte erteilt. Es besteht jedoch auch in einigen Kammerbezirken die Möglichkeit, den Abschluss "Betriebsassistent im Handwerk" als Fortbildung nach Abschluss der Gesellenprüfung zu erwerben.

Ausbildungsart und -dauer

Abhängig von der schulischen Voraussetzung und des Kammerbezirks kann die Ausbildung zwischen 2 1/2 und 3 1/2 Jahren dauern, als Fortbildung dauert sie zirka ein Jahr.

Berufspädagoge (IHK)

In Bayern wird derzeit in Zusammenarbeit mit der IHK München und Oberbayern ein neuer Fortbildungsberuf für Berufsausbilder mit der vorläufigen Berufsbezeichnung "Berufspädagoge (IHK)" entwickelt und erprobt.
Die Fortbildung bereitet auf die vielfältigen neuen pädagogischne Herausforderungen an die Ausbildung vor und qualifiziert zur Übernahme von Managementaufgaben in diesem Feld. Denn so verantwortungsvoll und anspruchsvoll es ist, junge Menschen auszubilden - für die Ausbilder selbst ist diese Tätigkeit einen berufliche Sackgasse.

Der neue Fortbildungsberuf erschließt auch den Zugang zu mittleren Führungspositionen im Bereich Ausbildung und Personalentwicklung bis hin zum freien Trainer oder selbstständigen Berater.

Die Fortbildung ist berufsbegleitend angelegt, dauert 2 Jahre, ist modular aufgebaut und endet mit einer staatlich anerkannten Kammerprüfung.

Die Teilnehmer lernen die modernen Ausbildungsmethoden und -aufgaben dadurch kennen, dass sie sie anwenden. Sie lernen vor allem "arbeitsintegriert" an Realprojekten, die sie in ihren eigenen Ausbildungsstätten praktisch durchführen und im Präsenzunterricht in der Lerngruppe vorbereiten und auswerten.
So entwickeln sie nicht nur sich selbst weiter, sondern auch ihre eigene Ausbildung.

Teilnahmeberechtigt sind Interessenten aller Fachrichtungen, die selbst eine fachliche Ausbildung abgeschlossen haben und mindestens fünf Jahre im Beruf tätig waren. Sie sollten mindestens zwei Jahre Ausbildungserfahrung haben und müssen aktuell ausbilden. Die ersten beiden Kurse beginnen am 15.04.2005 und am 01.10.2005 . Sie werden parallel an den drei Standorten München, Würzburg und Burghausen durchgeführt.

Weitere Infos und Anmeldung
Im Internet unter www.ausbildung-weiterbildung.de
Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung GAB Münschen,
Bodenseestraße 5
81241 München
E-Mail: info@gab-muenchen.de

(Quelle: Bildungspraxis, Dr. Ing. Paul Christiani)

Bachelor of Science (Uni) - Elektrische Energietechnik

In einigen Bundesländern können besonders qualifizierte Berufstätige mit abgeschlossener Berufsausbildung und entsprechender Berufserfahrung auch ohne Hochschulzugangsberechtigung studieren. Die jeweiligen Zugangsvoraussetzungen werden landesrechtlich geregelt.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Kursdatenbank der Arbeitsagentur.
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